Der erste warme Samstag im Frühjahr hat in vielen österreichischen Haushalten eine feste Choreografie. Fenster auf, Kasten leerräumen, drei Sackerl für die Altkleidersammlung, und am Abend ist man müde und die Wohnung riecht nach Essigreiniger.
Was dabei fast immer unter den Tisch fällt: Beim Ausräumen sieht man Dinge, die einen laufend Geld kosten. Man muss nur darauf achten.
Der Kühlschrank, der zu kalt läuft
Sieben Grad reichen. Die meisten Kühlschränke laufen auf fünf oder darunter, und jedes Grad kälter kostet ungefähr sechs Prozent mehr Strom. Ein Kühlschrankthermometer kostet drei Euro und rentiert sich in wenigen Monaten.
Dazu die Dichtung: Klemmen Sie ein Blatt Papier in die Tür. Wenn Sie es bei geschlossener Tür leicht herausziehen können, ist die Dichtung hin. Ersatzdichtungen gibt es für die meisten Geräte, und sie zu tauschen ist eine Nachmittagsarbeit, keine Wissenschaft.
Und die Rückseite. Abstauben. Ein verstaubtes Kühlgitter kann den Verbrauch spürbar erhöhen, und niemand kommt je dort hin, weil der Kühlschrank in der Nische steht.
Die Waschmaschine und der Mythos vom heißen Waschen
Bei 30 statt 60 Grad brauchen Sie ungefähr ein Drittel der Energie. Moderne Waschmittel arbeiten bei niedrigen Temperaturen zuverlässig, außer bei stark verschmutzter Wäsche oder wenn jemand im Haushalt krank ist.
Der Punkt, an dem ich anderer Meinung bin als viele Sparratgeber: Einmal im Monat eine Kochwäsche oder ein Waschgang bei 60 Grad ist trotzdem sinnvoll, sonst setzt sich in der Maschine ein schmieriger Belag ab, und dann riecht die Wäsche muffig. Das habe ich auf die harte Tour gelernt.
Standby, das nicht mehr wehtut, aber summiert
Der einzelne Fernseher im Standby ist heute kein Drama mehr, moderne Geräte brauchen unter einem Watt. Aber die Summe: Router, Set-Top-Box, Spielkonsole, Kaffeemaschine mit Display, Ladegeräte, der alte Drucker, das WLAN-Repeater-Kastl im Vorzimmer.
Ein Messgerät leiht man sich in vielen Gemeinden oder bei Energieberatungsstellen gratis aus. Eine Woche messen, dann weiß man es genau statt zu raten.
Was Sie beim Ausräumen zu Geld machen können
- Alte Handys. In den Laden vieler Haushalte liegen zwei bis vier Stück. Manche sind noch dreistellig wert, und selbst kaputte bringen bei Ankaufsdiensten ein paar Euro.
- Bücher und Schallplatten an Antiquariate oder über Onlineplattformen.
- Markenkleidung über Second-Hand-Plattformen. Der Aufwand lohnt allerdings erst ab einem gewissen Warenwert, alles unter zehn Euro ist Zeitverschwendung.
- Altmetall. Der Schrotthändler zahlt für einen alten Heizkörper oder Kupferrohre bar.
- Pfandflaschen. Und seit der Einführung des Einwegpfands sammelt sich das auch bei Dosen deutlich schneller an, als man denkt.
Putzmittel: weniger ist tatsächlich mehr
Unter den meisten Spülbecken in Österreich steht ein Sortiment, das an eine kleine Drogerie erinnert. Badreiniger, Küchenreiniger, Glasreiniger, Fliesenreiniger, Kalklöser, Backofenspray, dazu drei angebrochene Flaschen von Dingen, an die sich niemand erinnert.
Sie brauchen: Essigreiniger, Allzweckreiniger, Scheuermilch, ein gutes Mikrofasertuch. Das war es für neunzig Prozent aller Aufgaben in einer Wohnung. Kalk geht mit Essig weg, Fett mit warmem Wasser und Spülmittel, Fenster mit Wasser und einem Abzieher.
Die Ersparnis liegt bei einem Vierpersonenhaushalt über das Jahr im niedrigen dreistelligen Bereich, und der Platz unter dem Spülbecken wird wieder brauchbar. Was Sie an angebrochenen Chemikalien haben, gehört übrigens ins Altstoffsammelzentrum, nicht in den Abfluss.
Der Kasten, der die eigentliche Lehre enthält
Wenn Sie beim Ausräumen drei ungetragene Hosen mit Etikett finden, zwei Küchengeräte, die nie ausgepackt wurden, und einen Stapel Bücher, die Sie nie gelesen haben, dann haben Sie kein Aufräumproblem. Sie haben ein Einkaufsproblem.
Das ist unangenehm, aber es ist die teuerste Erkenntnis eines Frühjahrsputzes. Nicht, was man wegwirft, sondern was man beim nächsten Mal nicht mehr kauft. Bei mir waren es Küchengeräte. Ich habe drei Jahre lang alles gekauft, was Gemüse anders schneidet.
Und die Sachen, die weg müssen
Bevor Sie etwas wegwerfen, prüfen Sie kurz, ob es noch Garantie oder Gewährleistung hat. In Österreich beträgt die Gewährleistungsfrist bei beweglichen Sachen zwei Jahre, und viele Geräte gehen kurz danach kaputt, weil sie so gebaut sind. Wer die Rechnung findet, kann es zumindest versuchen.
Bitte nicht in den Restmüll. Die Altstoffsammelzentren nehmen Elektrogeräte, Farben und Chemikalien gratis. Sozialmärkte und Caritas-Läden freuen sich über brauchbare Kleidung. Und was wirklich noch gut ist, findet über Verschenkgruppen in kürzester Zeit einen neuen Besitzer.
Am Abend dieses Samstags sitzt man dann mit offenem Fenster da, es riecht nach frischer Luft und ein bisschen nach Staub, und die Wohnung wirkt größer. Das allein wäre es schon wert. Dass dabei noch der Stromverbrauch sinkt und ein paar Scheine im Geldbörsel landen, ist ein hübscher Nebeneffekt.



