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Der Jänner ist teurer, als er ausschaut - so kommen Sie durch

7. Jänner 2026

Der Dezember fühlt sich teuer an. Der Jänner ist es. Denn jetzt kommen die Kreditkartenabrechnung, die Jahresprämien der Versicherungen, oft die Betriebskostenabrechnung, und dazu die Rechnung vom Energieversorger, die noch die kalten Wochen von November abbildet. Und weil man sich am 1. Jänner vorgenommen hat, gesünder zu leben, liegt auch noch ein Fitnessstudio-Vertrag am Tisch.

Vier Wochen, in denen viele Haushalte ins Minus rutschen. Nicht weil sie leichtsinnig sind, sondern weil sich hier alles gleichzeitig staut.

Zuerst: alles auf ein Blatt

Bevor Sie irgendetwas sparen, brauchen Sie den Überblick, und zwar den unangenehmen. Schreiben Sie auf, was in den nächsten sechs Wochen fix abgebucht wird. Miete, Strom, Versicherungen, Handy, Abos, Kredit- oder Leasingraten, Kindergartenbeitrag.

Die meisten Menschen unterschätzen diese Summe um zwanzig bis dreißig Prozent. Das ist keine Schwäche, das ist Statistik. Fixkosten sind unsichtbar, weil sie automatisch gehen.

Der Anruf, den fast niemand macht

Wenn eine Rechnung zu groß ist, reden Sie mit dem Unternehmen, bevor die Mahnung kommt. Energieversorger in Österreich bieten praktisch immer Ratenvereinbarungen an, ebenso die Wiener Netze, die ÖBB bei Jahreskarten oder Versicherer bei Jahresprämien.

Was dabei zählt: von sich aus anrufen. Wer zwei Mahnungen ignoriert und dann anruft, verhandelt aus einer viel schlechteren Position, und es kommen Mahnspesen dazu, die schnell den Betrag selbst überholen.

Die Abo-Inventur

Der Jänner ist der beste Monat dafür, weil viele Verträge sich um den Jahreswechsel automatisch verlängern. Kontoauszüge der letzten zwölf Monate durchgehen, alle wiederkehrenden Beträge markieren. Bei mir waren es beim letzten Mal sieben, von denen ich zwei komplett vergessen hatte.

Und die Kündigungsfristen: Seit der Reform des Konsumentenschutzes sind unbefristete Verträge, die stillschweigend verlängert werden, oft leichter kündbar, als der Anbieter tut. Die AK berät gratis, und sie hat Musterbriefe, die man nur ausfüllen muss.

Beim Essen ohne Verzicht sparen

Ich halte nichts von Ratschlägen wie „kochen Sie einfach günstiger". Das ist nett gemeint und hilft niemandem. Was tatsächlich wirkt:

  • Einmal in der Woche einen Vorratstopf. Linsen mit Erdäpfeln, Krautfleckerl, eine große Gemüsesuppe. Kostet unter zehn Euro und ergibt vier Portionen.
  • Der Einkauf am Abend, wenn die Frischware reduziert wird. In vielen Filialen ab etwa achtzehn Uhr.
  • Tiefkühlgemüse. Nährstoffe passen, Preis ebenso, und im Jänner ist frisches Gemüse ohnehin importiert.
  • Die Einkaufsliste. Ja, das ist der langweiligste Tipp der Welt. Er funktioniert trotzdem am besten.

Der Fitnessvertrag, den Sie im Februar bereuen

Jedes Jahr dasselbe. Die Studios machen im Jänner Aktionen mit niedrigen Einstiegspreisen und langen Bindungen. Zwölf oder vierundzwanzig Monate. Nach acht Wochen gehen laut Branchenzahlen die meisten nur noch selten hin, gezahlt wird trotzdem.

Wenn Sie sich mehr bewegen wollen: Probieren Sie es acht Wochen lang mit Laufen, Radfahren oder den kostenlosen Motorikparks, die es inzwischen in vielen Gemeinden gibt. Wer nach acht Wochen im Februar noch dabei ist, kann dann immer noch einen Vertrag unterschreiben. Der Preis wird dann übrigens auch verhandelbar sein, weil die Neuanmeldungen eingebrochen sind.

Der Jänner-Abverkauf und die Falle darin

Ab dem 27. Dezember hängen überall die Prozentzeichen, und im Jänner wird nachgeschärft. Manches davon ist echt: Wintersachen, Skiausrüstung, Weihnachtsdekoration für nächstes Jahr, Bettwäsche.

Aber der Jänner ist auch der Monat, in dem das Geld ohnehin knapp ist, und ein Rabatt von vierzig Prozent auf etwas, das Sie nicht brauchen, ist eine Ausgabe von sechzig Prozent. Das klingt banal, und trotzdem stehe ich jedes Jahr irgendwo mit einem reduzierten Mantel in der Hand.

Der Test, der bei mir funktioniert: Ich lege es zurück und gehe. Wenn ich am nächsten Tag noch daran denke, hole ich es. In neun von zehn Fällen denke ich nicht mehr daran, und das sagt eigentlich alles.

Was Ihnen zusteht

Prüfen Sie den GIS-Nachfolger beziehungsweise die ORF-Beitragsbefreiung, den Heizkostenzuschuss der Bundesländer, die Wohnbeihilfe und die Mobilitätsförderungen. Die Antragsfristen für Heizkostenzuschüsse laufen in mehreren Ländern im Winter aus, und ein erheblicher Teil des Budgets bleibt jedes Jahr liegen, weil zu wenige Anträge kommen.

Und die Arbeitnehmerveranlagung. Über FinanzOnline, gratis, meist in unter einer halben Stunde. Der durchschnittliche Rückerstattungsbetrag in Österreich liegt im dreistelligen Bereich.

Der Jänner geht vorbei. Er geht jedes Jahr vorbei. Aber er geht deutlich freundlicher vorbei, wenn Sie in der ersten Woche eine Stunde investieren und sich anschauen, was tatsächlich auf Sie zukommt, statt es bis Ende des Monats zu verdrängen. Ich habe beides probiert. Verdrängen ist teurer.

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