Die Liste kommt Ende August, und sie ist jedes Jahr ein bisschen länger. Vierzehn Hefte in vier verschiedenen Linierungen, ein Zirkelkasten, Turnschuhe mit heller Sohle, ein Schnellhefter pro Fach, Wachsmalkreiden einer bestimmten Marke, dazu die Kopierbeiträge und der Werkbeitrag.
Bei einem Volksschulkind ist man rasch bei 150 bis 250 Euro. Bei drei Kindern in verschiedenen Schulstufen wird das ein ernstes Thema, gerade nachdem der Sommer ohnehin schon Geld gekostet hat.
Die Schulstarthilfen der Länder und der AK
Mehrere Bundesländer zahlen einen Schulstartbeitrag, teilweise einkommensabhängig, teilweise pauschal. Die Arbeiterkammern haben in einigen Ländern eigene Aktionen, oft mit Gutscheinen für Schulartikel oder direkten Zuschüssen.
Der wichtigste Punkt: Diese Beiträge werden nicht automatisch überwiesen. Man muss sie beantragen, meist online, und die Fristen laufen oft im September oder Oktober ab. Wer es verabsäumt, bekommt nichts, egal wie berechtigt der Anspruch war.
Schauen Sie also heute auf der Seite Ihres Bundeslandes und Ihrer Arbeiterkammer nach. Zwanzig Minuten, und viele Familien haben danach einen dreistelligen Betrag mehr.
Was die Schule selbst kann
Es gibt an österreichischen Schulen Unterstützungsfonds und Elternvereinskassen, aus denen Schikurse, Projektwochen und Schulveranstaltungen bezuschusst werden, wenn es sich eine Familie sonst nicht leisten könnte.
Das läuft über die Klassenvorständin oder die Direktion, und es läuft vertraulich. Kein Kind erfährt, wer den Schikurs bezahlt bekommen hat.
Ich weiß, wie schwer dieser Schritt fällt. Aber überlegen Sie kurz von der anderen Seite: Diese Fonds existieren, damit sie verwendet werden. Ein Topf, aus dem niemand nimmt, wird beim nächsten Budget gestrichen.
Schulbücher, Fahrt und Betreuung
- Die Schulbuchaktion deckt den Großteil der Bücher ab, ein kleiner Selbstbehalt bleibt und kann in Härtefällen erlassen werden.
- Die Schülerfreifahrt beziehungsweise das Top-Jugendticket. Antrag rechtzeitig stellen, sonst zahlt man die ersten Wochen selbst.
- Nachmittagsbetreuung ist in vielen Gemeinden nach Einkommen gestaffelt. Das steht selten prominent im Anmeldeformular.
- Die Familienbeihilfe wird im September mit dem Schulstartgeld für Kinder zwischen 6 und 15 ausbezahlt, automatisch.
Wo Sie beim Einkaufen tatsächlich sparen
Nicht bei den Heften. Die kosten überall ungefähr gleich, und die Aktionen im August sind meist ehrlich kalkuliert.
Wo es wirklich wehtut, sind die Marken. Die Schultasche einer bestimmten Marke kostet 250 Euro, ein gleichwertiges Modell mit ordentlicher Ergonomie und Reflektoren gibt es um 90. Der Unterschied liegt am Schulhof, nicht am Rücken.
Ich sage nicht, dass das egal ist. Für ein Kind in der ersten Klasse ist die Schultasche ein Statussymbol, und das ernst zu nehmen ist Teil der Elternschaft. Aber man kann darüber reden, statt es einfach zu kaufen.
Und: Second Hand. Schultaschenbörsen, Flohmärkte der Elternvereine, Kleiderkreisel-Gruppen. Turnsackerl, Schwimmsachen, Skianzüge, Musikinstrumente. Ein Kind wächst schneller, als eine Hose kaputtwird.
Was ein Kind wirklich braucht, und was nicht
Nach ein paar Jahren Schulstart kann ich sagen, wo sich Qualität auszahlt und wo nicht.
Auszahlen tut sie sich bei: der Schultasche, wenn sie ergonomisch und gut sichtbar ist. Bei den Turnschuhen. Bei einer ordentlichen Schere, weil eine schlechte Kinderschere ein Kind zur Verzweiflung bringt. Und beim Federpennal, weil ein billiges nach vier Monaten aufreißt.
Nicht auszahlen tut sie sich bei: Heften, Ordnern, Klebestiften, Buntstiften in der teuersten Ausführung, allem mit Filmfiguren drauf. Und beim Zirkelkasten, den man in der Volksschule ohnehin einmal benutzt.
Ein Detail am Rande, das mir eine Lehrerin gesagt hat: Beschriften Sie alles. Wirklich alles, auch die einzelnen Stifte. Der überwiegende Teil dessen, was Eltern im Lauf des Jahres nachkaufen, liegt in Wahrheit in der Fundkiste der Schule.
Der Zeitpunkt macht viel aus
Kaufen Sie nicht alles vor dem ersten Schultag. Erfahrungsgemäß braucht man die Hälfte der Liste erst im Oktober, manches gar nicht, und in der ersten Schulwoche kommen ohnehin Ergänzungen von den Lehrerinnen.
Dazu kommt: Ende September und im Oktober sind die Schulsachen oft reduziert, weil die Ketten die Regale für das Weihnachtssortiment brauchen. Wer dann kauft, was für das zweite Semester ohnehin nachgekauft werden muss, spart ein gutes Stück.
Kaufen Sie die Basics, warten Sie eine Woche, und kaufen Sie dann den Rest. Das spart Geld und den Frust über den Zirkelkasten, der ungeöffnet im Kasten liegt.
Der Schulstart ist für Kinder ein großer Moment. Sie erinnern sich an das erste Federpennal und an die Person, die sie am ersten Tag hingebracht hat. Woran sich niemand erinnert, ist, ob die Schultasche die teure war. Das darf man sich in diesen Wochen ruhig ab und zu sagen.



