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Gewinnspiele

Sommergewinnspiele: Warum die Reise, die Sie gewinnen, oft die teuerste ist

16. Juli 2026

Es ist Hochsaison für Verlosungen. Auf jedem zweiten Eistee-Etikett klebt ein Code, in jedem Supermarkt hängt ein Plakat mit Palmen drauf, und die Radiosender verlosen zwischen den Nachrichten Wochenenden am Meer. Der Sommer ist die beste Zeit für Gewinnspiele, weil die Leute in Urlaubsstimmung sind und leichter ihre Daten hergeben.

Ich mache selbst mit. Aber ich habe mir angewöhnt, vorher drei Fragen zu stellen.

Frage 1: Was ist tatsächlich enthalten?

Eine Traumreise für zwei Personen. Klingt vollständig. Ist es fast nie.

Typischerweise enthalten: Flug in der Economy, Hotel mit Frühstück, manchmal Transfer. Typischerweise nicht enthalten: Reiseversicherung, Verpflegung, Ausflüge, Trinkgelder, Gepäckaufgabe, Sitzplatzreservierung, die Anreise zum Flughafen, das Parken dort, Visagebühren.

Bei einer Fernreise summiert sich das schnell auf mehr als tausend Euro pro Person. Der Gewinn ist real, aber er ist ein Zuschuss, kein Rundum-sorglos-Paket. Rechnen Sie das ein, bevor Sie sich freuen.

Frage 2: Wann kann ich fahren?

Der Punkt, an dem die meisten Reisegewinne kippen. In den Teilnahmebedingungen stehen Sperrzeiten: Nicht in den Sommerferien, nicht über Weihnachten und Silvester, nicht in den Semesterferien, nicht über Ostern.

Für Familien mit schulpflichtigen Kindern bleibt damit praktisch nichts über. Für alle mit fixen Urlaubszeiten ebenso. Und die Einlösefrist ist oft auf zwölf Monate begrenzt.

Ich kenne einen Fall, in dem der Gewinner die Reise verfallen lassen musste, weil sein Betrieb im November Betriebsurlaub hatte und das Angebot nur im September gültig war. Der Gewinn war zweitausend Euro wert und wurde zu null.

Frage 3: Wem gebe ich was?

Die Sommergewinnspiele der großen Marken sind gut gemacht und meist seriös. Das Geschäft ist trotzdem eindeutig: Sie bezahlen mit Ihrer Einwilligung zu Werbung.

Schauen Sie sich die Häkchen genau an. Bei den seriösen ist die Newsletter-Zustimmung freiwillig, und die Teilnahme funktioniert auch ohne. Wenn die Teilnahme nur mit Werbezustimmung geht, ist das nach der DSGVO zumindest fragwürdig, und Sie sollten sich überlegen, ob Ihnen das Los das wert ist.

Was ich stattdessen mache

  • Regionale Gewinnspiele. Der Tourismusverband, die Bezirkszeitung, das Wirtshaus im Ort. Weniger Teilnehmer, realistischere Preise.
  • Sachgewinne statt Reisen. Ein Gutschein für den Baumarkt ist unromantisch, aber er hat keine Sperrfristen und keine Nebenkosten.
  • Gewinnspiele bei Betrieben, bei denen ich ohnehin Kunde bin. Dann ist auch die Werbung, die danach kommt, halbwegs brauchbar.

Die Codes unter den Deckeln

Getränkeaktionen mit Codes unter dem Verschluss sind eine eigene Kategorie. Sie sind meist seriös, die Preise sind real, und die Gewinnchancen stehen sogar in den Teilnahmebedingungen.

Nur: Diese Aktionen sind dafür gemacht, dass Sie mehr kaufen. Wer statt der üblichen zwei Kisten im Sommer vier kauft, weil unter jedem Deckel ein Code steckt, hat für seine Lose bezahlt - und zwar mehr, als der durchschnittliche Gewinn wert ist.

Mein Kompromiss: Ich mache mit, wenn ich das Getränk ohnehin kaufe. Ich kaufe nichts wegen der Codes. Das klingt selbstverständlich und ist im Supermarkt bei 32 Grad schwerer, als es aussieht, weil die Aufsteller genau dafür konstruiert sind.

Der Sommerklassiker unter den Fallen

Die SMS am Strand: Sie haben ein iPhone gewonnen, klicken Sie hier. Man ist entspannt, das Handy ist griffbereit, die Sonne blendet auf dem Display, und man tippt schneller, als man denkt.

Dahinter steckt in aller Regel Phishing oder ein Abo-Dienst, der über die Handyrechnung abgebucht wird. Wenn Sie im Ausland sind, merken Sie es oft erst, wenn die Rechnung kommt.

Regel für den Urlaub: Keine Gewinnspiele über Links in SMS oder Messenger. Nie. Auch nicht, wenn es aussieht, als käme es von einer bekannten Marke.

Dasselbe gilt für die Nachricht, die angeblich von einer Freundin weitergeleitet wurde. Kettenbriefe mit Gewinnversprechen laufen im Sommer besonders gut, weil die Leute unterwegs sind und schneller weiterschicken. Ein kurzer Anruf bei der Person, von der die Nachricht kommt, klärt das in dreißig Sekunden.

Und wenn es doch klappt

Dann lassen Sie sich die Details schriftlich geben, bevor Sie irgendetwas unterschreiben. Welcher Zeitraum, welche Leistungen, welche Stornobedingungen, was passiert bei Krankheit.

Ein Veranstalter, der das nicht liefern will, hat den Gewinn nicht sauber kalkuliert. Und einer, der es sofort schickt, meint es ernst.

Die schönste Sommergeschichte, die ich zu diesem Thema kenne, endet übrigens nicht mit einer Fernreise. Eine Leserin hat bei einem Gewinnspiel eines Heurigen im Weinviertel einen Abend für sechs Personen gewonnen. Sie hat ihre alten Schulfreundinnen eingeladen, sie hatten sich zwölf Jahre nicht gesehen, und es ist zwei Uhr früh geworden. Das war der Gewinn. Nicht die Palmen.

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