Am zweiten Urlaubstag standen wir vor einer Kassa an einer Bergbahn im Salzburgerland, und die Dame hat gefragt, ob wir die Gästekarte dabeihaben. Wir hatten sie nicht. Sie lag im Hotelzimmer, in dem Kuvert, das man beim Einchecken bekommt und ungelesen auf die Kommode legt.
Die Bergbahn hätte damit nichts gekostet. So waren es 62 Euro für vier Personen. Seitdem lese ich diese Kuverts.
Die Gästekarten sind der größte Hebel
In fast allen österreichischen Tourismusregionen gibt es Gästekarten, die man automatisch mit der Nächtigung bekommt, weil sie über die Ortstaxe finanziert werden. Sie haben unterschiedliche Namen und unterschiedliche Leistungen, aber das Prinzip ist gleich: Sie zahlen dafür ohnehin.
Enthalten sind je nach Region: Bergbahnen, Bäder, Museen, Busse, geführte Wanderungen, Leihräder. In manchen Regionen ist das komplette Öffi-Netz drin, was den Mietwagen überflüssig macht.
Fragen Sie beim Einchecken konkret nach, was die Karte kann. Die Rezeptionen haben oft eine Broschüre, die sie nur auf Nachfrage herausgeben, weil ansonsten der ganze Tresen voll damit wäre.
Was in der Nebensaison geht
Ende August und Anfang September ist die beste Zeit für Preisverhandlungen. Die Schulferien enden in Österreich gestaffelt, die Hotels haben Lücken, und ein Anruf direkt beim Betrieb bringt oft mehr als jede Buchungsplattform.
Der Satz, der bei mir mehrmals funktioniert hat: „Wir wären flexibel bei den Tagen. Haben Sie etwas, das Ihnen gerade offen bleibt?" Kein Feilschen, kein Druck. Nur die Information, dass man sich anpassen kann.
Die Direktbuchung und der Preisvergleich
Buchungsplattformen kosten den Betrieb je nach Vertrag fünfzehn bis zwanzig Prozent Provision. Deshalb geben viele bei Direktbuchung etwas zurück: einen Nachlass, ein Abendessen, einen späteren Checkout.
Mein Vorgehen: auf der Plattform suchen und vergleichen, dann den Betrieb direkt anschreiben und fragen, ob es bei Direktbuchung besser geht. In etwa der Hälfte der Fälle kommt ein Angebot zurück. Das ist keine Unhöflichkeit gegenüber der Plattform, das ist einfach, wie der Markt funktioniert.
Was nichts bringt
- Rabattbücher, die man kaufen muss und die zweihundert Gutscheine enthalten, von denen zwei in Ihrer Region liegen.
- Kreditkarten mit Reiseversicherung als Verkaufsargument, wenn die Jahresgebühr höher ist als eine eigene Reiseversicherung. Rechnen Sie nach.
- Duty-free-Einkäufe innerhalb der EU. Es gibt keine steuerfreien Einkäufe zwischen EU-Ländern, die Preise am Flughafen sind meist höher als im Supermarkt.
- Die Wechselstube am Bahnhof. Immer.
Die Karten, die Sie schon besitzen
Bevor Sie irgendeine Rabattkarte kaufen, schauen Sie nach, was Sie ohnehin haben. Die Mitgliedschaft im Alpenverein bringt vergünstigte Nächtigungen auf Hütten in ganz Österreich und im Ausland, dazu eine Versicherung, die bei einer Bergrettung im Ernstfall mehr wert ist als der ganze Jahresbeitrag.
Studierendenausweise, Behindertenpässe, Seniorenkarten der ÖBB, Autofahrerclub-Mitgliedschaften, teilweise auch die AK-Mitgliedschaft: Alle bringen Ermäßigungen bei Eintritten, Bahnfahrten und Unterkünften.
Und das Klimaticket. Wer eines hat, fährt im Urlaub innerhalb Österreichs gratis hin, was die Rechnung für ein Wochenende in Vorarlberg oder Kärnten völlig verändert. Es ist erstaunlich, wie viele Leute mit dem Auto in den Inlandsurlaub fahren, obwohl das Ticket in der Geldbörse steckt.
Der Punkt, an dem viele im Urlaub wirklich Geld verlieren
Nicht bei den Eintritten. Beim Essen und beim Bezahlen.
Wenn ein Bankomat oder ein Kartenterminal im Ausland fragt, ob Sie in Euro oder in der Landeswährung zahlen wollen, wählen Sie immer die Landeswährung. Die angebotene Umrechnung sieht bequem aus und kostet regelmäßig drei bis sechs Prozent Aufschlag. Das ist eine der teuersten Höflichkeiten im Reiseverkehr.
Ebenso teuer ist das Bargeldabheben an Automaten, die nicht zu einer Bank gehören. Diese freistehenden Geräte in Hotellobbys und Einkaufspassagen verlangen mitunter fünf Euro und mehr pro Abhebung. Lieber einmal einen größeren Betrag bei einer echten Bankfiliale holen.
Und beim Essen: Die Lokale direkt am Hauptplatz kosten fast überall spürbar mehr als die zwei Gassen weiter. Das ist keine neue Erkenntnis, aber man tut es trotzdem, weil man müde ist und Hunger hat.
Für den Rest des Sommers
Wenn Sie noch nicht weggefahren sind: Schauen Sie sich die Kartenangebote der Region an, bevor Sie buchen. Manchmal ist ein Betrieb, der zehn Euro mehr pro Nacht kostet, aber die Gästekarte inkludiert, unterm Strich deutlich billiger.
Und wenn Sie schon zurück sind: Machen Sie das Kuvert vom Hotel auf, das noch im Koffer liegt. Manchmal ist da ein Gutschein für den nächsten Aufenthalt drin, der zwei Jahre gilt. Ich habe so einen vorletztes Jahr gefunden. Zwei Wochen zu spät.



