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Ausflüge, die keinen Cent kosten - und trotzdem ein Erlebnis sind

20. Mai 2026

Rechnen wir kurz. Familie mit zwei Kindern, Eintritt in einen Freizeitpark, Parkgebühr, ein Eis pro Person, eine Runde Pommes, Getränke. Man ist bei knapp hundert Euro, bevor der Nachmittag richtig angefangen hat. Und beim Heimfahren sind alle quengelig, weil es zu voll und zu laut war.

Ich bin nicht dagegen, so etwas zu machen. Aber nicht jedes zweite Wochenende. Und die Alternativen sind besser, als ihr Ruf.

Die Nationalparks und Naturparks

Der Eintritt in die österreichischen Nationalparks ist grundsätzlich frei, man zahlt allenfalls Parkgebühr oder geführte Touren. Der Nationalpark Donau-Auen liegt direkt vor Wien, der Thayatal an der tschechischen Grenze, der Neusiedler See im Burgenland.

Im Mai ist das die beste Zeit. Die Gelsen sind noch nicht so weit, die Wiesen blühen, und es ist noch nicht so heiß, dass Kinder nach zwanzig Minuten nicht mehr wollen.

Wasser ist der beste Kinderunterhalter der Welt

Ein Bach mit flachem Ufer schlägt jeden Spielplatz. Steine ins Wasser werfen, einen Damm bauen, mit nassen Schuhen heimfahren. Das kostet nichts, dauert drei Stunden und funktioniert bei Kindern zwischen drei und ungefähr zwölf Jahren zuverlässig.

Die freien Badestellen an Seen und Flüssen sind in Österreich teilweise gratis, teilweise gegen kleinen Beitrag. In Wien die Alte Donau und die Donauinsel, in der Steiermark und Kärnten etliche Seeufer mit öffentlichem Zugang. Nachschauen zahlt sich aus, weil viele automatisch ins Strandbad gehen, obwohl zweihundert Meter weiter ein freier Zugang ist.

Die Aussichtswarten, an die niemand denkt

Über ganz Österreich verteilt stehen hunderte Aussichtstürme, Kirchtürme mit offener Galerie und Bergwarten, die frei zugänglich sind. Der Aufstieg ist die Aktivität, die Aussicht die Belohnung, und das Foto oben ist besser als jedes vom Freizeitpark.

Was Gemeinden anbieten und wofür sie zu wenig Werbung machen

  • Motorikparks und Trimmpfade. In den letzten Jahren sind viele entstanden, sie sind gratis, und sie sind erstaunlich anspruchsvoll.
  • Lehrpfade: Waldlehrpfade, Weinlehrpfade, Barfußwege. Meist gut beschildert, oft mit Rätselstationen für Kinder.
  • Ferienspiele und Aktionswochen. Die Programme für die Sommermonate erscheinen im Mai, und die guten Angebote sind binnen Tagen ausgebucht.
  • Öffentliche Grillplätze mit Feuerstelle. Anmeldung meist gratis oder um wenige Euro.

Der Trick mit der Anreise

Wenn Sie ein Klimaticket oder eine Regionalkarte haben, ist der Ausflug mit Bahn und Bus faktisch gratis. Und - das sage ich als jemand, der es lange anders gemacht hat - die Anreise wird dabei zum Teil des Ausflugs statt zur Strafe davor.

Kinder finden Zugfahren gut. Man kann dabei jausnen, schauen, reden. Man sucht keinen Parkplatz, man streitet nicht über die Fahrtrichtung, und wenn jemand am Rückweg einschläft, muss niemand fahren.

Stadtspaziergänge, die man unterschätzt

Man muss nicht ins Grüne fahren. In Wien, Graz, Linz, Salzburg und Innsbruck gibt es kostenlose Themenrundgänge, offene Innenhöfe, Friedhöfe mit botanischer Führung und Stadtteile, in denen man noch nie war, obwohl man seit zwanzig Jahren dort lebt.

Der Zentralfriedhof in Wien zum Beispiel ist eine Parkanlage mit Rehen, in der man einen halben Tag verbringen kann. Der Lainzer Tiergarten ebenso. In Graz kommt man auf den Schlossberg zu Fuß in zwanzig Minuten, und oben zahlt man nur, wenn man etwas trinken will.

Nehmen Sie sich einen Bezirk vor, den Sie nicht kennen, steigen Sie irgendwo aus und gehen Sie los. Das klingt nach wenig. Es ist erstaunlich, wie sehr es funktioniert.

Die Jause macht den Unterschied

Der größte Kostenblock bei jedem Ausflug ist nicht der Eintritt. Es ist das Essen unterwegs. Ein Rucksack mit Semmeln, hartgekochten Eiern, Paradeisern, Äpfeln und einer Thermoskanne kostet unter zehn Euro und ersetzt eine Gasthausrechnung von sechzig.

Trinkwasser dazu, aus dem Wasserhahn. Österreich hat eines der besten Leitungswassernetze Europas, und an vielen Wanderwegen und in Ortszentren stehen Trinkbrunnen. Zwei Flaschen mitnehmen und unterwegs auffüllen spart pro Ausflug locker zehn Euro.

Und ganz ehrlich: Eine Jause auf einer Wiese schmeckt besser als das dritte Schnitzel in einem überfüllten Ausflugslokal, in dem man vierzig Minuten auf die Bestellung wartet.

Was übrig bleibt

Ich habe im Vorjahr mitgeschrieben, an welche Ausflüge sich die Kinder Monate später noch erinnert haben. Der Freizeitpark war nicht dabei. Der Nachmittag am Bach mit dem gebauten Damm schon, und die Wanderung, bei der wir uns verlaufen haben und zwei Stunden länger unterwegs waren als geplant.

Vielleicht liegt es daran, dass die kostenlosen Ausflüge weniger vorgeben, was man tun soll. Man muss sich selbst etwas einfallen lassen, und genau das bleibt hängen. Der Mai gibt Ihnen dafür ungefähr fünfzehn Stunden Tageslicht. Nutzen Sie sie.

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